Veröffentlicht in Unterwegs mit Kind & Kegel

Hufgetrappel

Fiaker gehören für mich zu Wien. So wie der Stephansdom oder Kaiserschmarren auch. Meine Mädels sind große Pferde-Fans, da war es nur eine Frage der Zeit, bis wir in einer Kutsche Platz nehmen würden. Rechtzeitig zur „Schönwetter-Saison“ habe ich zufällig in einer Zeitschrift von der Tour „Geheimnisse der Fiaker“ gelesen. Interessierte haben dabei die Möglichkeit im 11. Bezirk in Wien die Stallungen der Fiaker zu besichtigen, Infos rund um das Leben der Pferde und des Kutscher-Daseins zu erfahren und als krönenden Abschluss eine Fiakerfahrt in die Innenstadt zu machen. Da wollten wir hin.

So war es Mitte Juni so weit und wir machten uns an einem Sonntag in der Früh auf den Weg zur Morgenarbeit der Pferde. Das Wetter präsentierte sich zuerst kühl und gewittrig. Angst machte sich breit, ob wir überhaupt mit der Kutsche fahren könnten. Ein gar heftiger Regenguss zwang uns zu einer kurzen Pause unter einem Dachvorsprung. Trotzdem haben wir es pünktlich geschafft und kamen in den Stallungen in der Rappachgasse 34a an. Und zeitgleich mit unserer Ankunft kam auch die Sonne hinter den Wolken hervor.

Der erste Eindruck war nicht besonders aufregend. Ein Stall, der irgendwo hätte sein können und nichts mit dem Pomp und Prunk aus der K. und K. Zeit zu tun hatte. Es waren auch weit mehr Leute gekommen als ich erwartet hätte. Nach einer kurzen Begrüßung folgte eine Führung durch die Ställe mit Informationen rund um die Pferde, ihre Arbeit und die Kutschen. Interessant fand ich, dass Pferde auch gleitend in Pension gehen, da sie sonst ähnlich uns Menschen einen Pensionsschock erleiden. Die Kutschen aus nächster Nähe zu betrachten war auch spannend. Wusstet ihr, dass die Kutschen Bremspedale haben? Diese kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Straße bergab führt. Falls jemand von euch interessiert ist, Kutscher zu werden, der Verdienst ist okay ähnlich einem Kellner in einem gut besuchten Restaurant. Wieder etwas gelernt.

Schade fand ich die schlechte Organisation. So mussten wir vier uns auf zwei Kutschen aufteilen, obwohl wir Wochen im Vorhinein reserviert hatten. Kutschen und Pferde wären nämlich noch genügend vorhanden gewesen, aber keine Kutscher. Oder für die fünf Kutschen zu viele Leute für den Termin eingeteilt worden. So oder so für die Mädels enttäuschend, denn natürlich wollten beide mit mir in der Kutsche fahren.

Trotzdem haben wir unsere erste Fiaker-Fahrt genossen. Holprig ging es in gut 45 Minuten von Simmering über den dritten Bezirk in die Innere Stadt. Das Hin- und Herschaukeln der Kutsche hatte etwas Entspannendes und Entschleunigendes an sich. Gerade in unserer modernen und hektischen Welt sind solche „Bremsen“ sehr wertvoll. In den kleinen verkehrsberuhigten Gassen, wo man das Hufgetrappel ganz deutlich hören konnte, brauchte ich nur die Augen zu schließen und war Sissi und der Kaiserzeit sehr nahe. Besonders schön war die Strecke entlang der Ringstraße mit den vielen geschichtsträchtigen Gebäuden.

Unser Fazit: Auch für Wiener ein tolles Erlebnis. Unbedingt buchen, sonst bekommt ihr gar keinen Platz in der Kutsche und könnt nur die Ställe besichtigen. Kostenpunkt: Kinder bis 7 Jahre sind gratis, Jugendliche zahlen 12,50€ für diese Tour und Erwachsene 25€. Wer Augen- und Gaumenfreude verbinden möchte, kann auch die Variante Riding Dinner ausprobieren. In speziell konstruierten Kutschen kann man Speisen und Wien genießen.

Abschließend noch ein paar Eindrücke von unserem Fiakerabenteuer!

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